#Female Pleasure

Deutschland, Schweiz 2018

„#Female Pleasure“ begleitet fünf mutige, starke, kluge Frauen aus den fünf Weltreligionen und zeigt ihren erfolgreichen, risikoreichen Kampf für eine selbstbestimmte weibliche Sexualität und für ein gleichberechtigtes, respektvolles Miteinander unter den Geschlechtern.

Bewegend, intim und zu jedem Zeitpunkt positiv vorwärtsgewandt schildert „#Female Pleasure“ die Lebenswelten von Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner und Vithika Yadav und ihrem Engagement für Aufklärung und Befreiung in einer hypersexualisierten, säkularen Welt.

Regie
Barbara Miller
Besetzung
Deborah Feldmann Leyla Hussein Rokudenashiko Doris Wagner Vithika Yadav
Länge
101 min
Programm

»Ich habe es so satt ... « Immer wieder steht die Unterdrückung von Frauen im Fokus der Öffentlichkeit. Und doch sind die Mechanismen, die sie ermöglichen, weiter wirksam und scheinen sogar noch effektiver zu werden. Der obige Ausruf der somalischen Frauenrechtlerin – eine der fünf Frauen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und Religionen, die in der eindringlichen Dokumentation zu Wort kommen – verdeutlicht deren stetige quälende Auseinandersetzung mit einem furchtbaren Thema: die Beschneidung von Kindern, Mädchen und Frauen. Leyla Hussein hat die Verstümmelung am eigenen Leib erfahren und möchte es in die Welt schreien: »Hört damit endlich auf!«, Sie setzt sich dabei immer wieder diesem Trauma in aufklärenden Diskussionen aus. Auch die anderen vier Protagonistinnen: die aus einer ultraorthodoxen jüdischen Familie stammenden Schriftstellerin Deborah Feldmann, die japanische Mangakünstlerin Rokudenashiko, die ehemalige katholische Ordensschwester Doris Wagner und die indische Frauenaktivistin Vithika Yadav – sie alle beschreiben auf ungeschönte und sehr eindringliche Weise erfahrene Unterdrückung und körperliches Leid. Der Film schafft es, ohne auch nur ein einziges Mal den Begriff MeToo zu verwenden, und obwohl die angeschnittenen Themen nicht unbekannt sind, eine starke emotionale und intellektuelle Verbindung zwischen den ZuschauerInnen und den »Bildern« aufzubauen. Es ist zwingend notwendig, immer wieder auf die fundamentalen Ungerechtigkeiten hinsichtlich Geschlechterakzeptanz, sexueller Ausrichtung, weiblicher Lust hinzuweisen, wie sie z. B. alle Religionen predigen, egal ob Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus oder Buddhismus. Gerade zeigte Wim Wenders seinen Film über Papst Franziskus als Hoffnungsträger der katholischen Kirche. Doch von Hoffnung hinsichtlich der Aufarbeitung von Kindesmissbrauch und anderen Vorwürfen zu Übergriffen auf Schutzbefohlene scheint auch dieser Papst weit entfernt. Doris Wagner hat sich aufgelehnt und letztendlich die Kirche verlassen. Wie diese fünf Frauen gegen etablierte Strukturen rebellieren und versuchen, ein selbstbestimmtes, aufgeklärtes und ihre Sexualität nicht unterdrückendes Leben zu leben und vorzuleben, ist beeindruckend, radikal und großartig anzusehen. Immer wieder mehr davon – obwohl wir alle es satthaben, dass es immer noch notwendig ist.
ER