Aufbruch zum Mond

USA 2018

Der Ingenieur Neil Armstrong (Ryan Gosling) arbeitet Anfang der 60er Jahre als Testpilot für Jets und Raketenflugzeuge und hat mit seiner Frau Janet (Claire Foy) und den beiden Kindern Rick (Gavin Warren) und Karen (Lucy Stafford) eine liebende Familie hinter sich, die ihm den Rücke stärkt. Sein ganzes Leben ändert sich jedoch, als seine Tochter an einem Gehirntumor stirbt und die Familie nach einer Veränderung sucht. Diese bietet sich, als die NASA für ein Mondprogramm auf der Suche nach Piloten mit Ingenieurswissen sind. Neil nutzt die Chance und zieht mit seiner Familie nach Houston, wo er eine Ausbildung zum Astronauten beginnt. Nach etlichen Strapazen und Testflügen, kämpft sich der professionelle Ingenieur bis an die Spitze und wird bald gemeinsam mit Buzz Aldrin (Corey Stoll) und Mike Collins (Lukas Haas) mit der Apollo-11-Mission zum Mond geschickt.

Regie
Damien Chazelle
Besetzung
Ryan Gosling Claire Foy Jason Clarke Christopher Abbott Kyle Chandler
Länge
140 min

Regiewunderkind Damien Chazelle zieht es ins Weltall. Sein Biopic zeigt uns Neil Armstrong von einer Seite, wie wir sie noch nie gesehen haben – unter anderem in atemberaubenden Bildern. Neil Armstrong ist ein ehemalige Navy-Pilot, der sich seit dem tragischen Tod seiner zweijährigen Tochter wie wild in die Arbeit stürzt. Er hat klar ein Ziel vor Augen: Als erster Mensch in der Geschichte will er einen Fuß auf den Mond setzen. Als seine Frau ihn eines Tages mit ihrer Angst um ihn konfrontiert, steht der junge Mann vor dem Dilemma: Familie oder Karriere? Lange kann er nicht nachdenken, denn schon bald klingelt das Telefon und am anderen Ende der Leitung unterbreitet man ihm das Angebot für einen Flug auf den Mond. Damien Chazelle gilt als Hollywoods Wunderkind. Sein Spielfilmdebüt whiplash inszenierte er mit gerade einmal 28 Jahren in nur 19 Tagen mit Stars wie J. K. Simmons, der dafür einen Oscar erhielt. Auch für la la land regnete es Filmpreise, und viele vergessen, dass er auch Drehbücher für Projekte wie 10 cloverfield lane schrieb. aufbruch zum mond ist kein patriotischer Heldenfilm, sondern ein intimes Charakterporträt. Und als solches ist auch Chazelles neueste Arbeit. Hier geht es nur sekundär um die Geschichte der US-amerikanischen Raumfahrt. Stattdessen steht das Leben der Armstrongs im Mittelpunkt. Drehbuchautor John Singer setzt direkt zu Beginn ein erzählerisches Statement: Als die kleine Tochter stirbt, bringt das das Familiengefüge vollkommen aus dem Gleichgewicht. Chazelle macht keinen Hehl daraus, dass Armstrongs Ehrgeiz gegenüber der Mondmission nicht aus Patriotismus entstand, sondern aus einem zutiefst emotionalen Grund, den Kameramann Linus Sandgren im Schlussakt des Films bravourös einfängt – ein Kinomoment für die Ewigkeit! Auch auf einer weiteren, ethischen Ebene wird die Mission hinterfragt. Darf man zu Gunsten der Weltraumforschung Menschenleben aufs Spiel setzen? In welchem Verhältnis stehen die horrenden Forschungssummen zum Nutzen für den Normalbürger? All diese Elemente bringen Würze in den trotz seiner 140 Minuten Spiellänge ungemein kurzweiligen Film, der obendrein mit einer spektakulären Optik aufwarten kann, mit seinen kristallklaren, aufs Wesentliche reduzierten Bildern.
AWE